Heiratswillig
Schon erstaunlich was passiert, wenn man bei Facebook seinen Beziehungsstatus ändert… Vielen Dank für die Glückwünsche, an dieser Stelle.

Soll man über das Heiraten bloggen? Was tun, wenn das wieder jemand in den falschen Hals bekommt? Verblüffend, wie viel Wind man um einen einzigen Tag im Leben machen kann. Es gibt Zeitschriften, Fachgeschäfte und Berufsgruppen, die sich ausschließlich mit dem schönsten Tag im Leben einer Frau beschäftigen. Befremdlich! Und was ist eigentlich mit dem Mann? Muss man den ersten Tag dieses neuen Lebensabschnitts so ausgelassen feiern, weil man hinterher nichts mehr zu lachen hat? Wollen wir doch nicht hoffen. Liebe ist auf jeden Fall ein ehrenwertes Motiv. Alles aus Liebe – die Toten Hosen lassen grüßen…
Solang’ wir sind, gehen wir nie zurück,
vom Augenblick zur Ewigkeit
ist’s nur ein Stück
Verheiratetsein ist eine gute Sache! Gemeinsam durch Dick und Dünn gehen mit der Frau, die man liebt. Für immer!? “Risikobereite Menschen sind mit ihrem Leben zufriedener“, behaupten Psychologen. Und: “Raucher riskieren eher etwas als Nichtraucher”. Vielleicht sollte man mit dem Rauchen anfangen? “Der Zweifel ist’s, der Gutes böse macht.” Goethe war gut. Wer wagt, gewinnt!
Heimlich heiraten ist feige, aber die Flutwelle der Anteilnahme sollte nicht unterschätzt werden. Hat man seine Entscheidung erst mal bekannt gemacht, wird man gnadenlos von ihr davongeschwemmt. Man bewegt sich auf dem verdammt dünnen Eis gesellschaftlicher Normen und Konventionen, wenn man eine Hochzeit plant. Kann gut verstehen, dass manche Heiratswillige nach Las Vegas abhauen, weiße Kapelle und Elvisimitator, all inclusive. Aber ganz so alternativ muß es dann auch wieder nicht sein. Heiratswillig! Ha, der stille Rebell wird bürgerlich. Warum auch nicht? Immer alles in Frage stellen ist auf Dauer anstengend und bringt einen auch nicht weiter. Aber ein bisschen Dagegensein wird ja wohl noch erlaubt sein, gegen Kitsch, Kommerz und Pseudotradition. Nichts gegen Familie, aber alle auf einem Haufen, zu Tränen gerührt? Zu viel Glück ist auf Dauer auch nicht gesund…

Ich grüble noch immer über dem Zitat: “Man bewegt sich auf dem verdammt dünnen Eis gesellschaftlicher Normen und Konventionen, wenn man eine Hochzeit plant.” Ist das wirklich so? Würde es jemand übel nehmen, wenn ihr euch entscheidet, z.B. nicht klassisch zu feiern, oder wenn ihr euer Ja Wort vor einem Ritual Designer ablegen würdet? Was wären die Konsequenzen, die von den vor den Kopf gestoßenen zu befürchten wären? Enterbung? Ignoranz oder gar offener Disput? Muss jemand eingeladen werden, den man nicht dabei haben möchte, der oder die aber vielleicht erwarten, eingeladen zu werden? Wirklich schlimm sind wohl nur diejenigen Gäste, die gar nicht eingeladen waren und auf die man gerne verzichtet hätte
.
Deshalb lasst Euch nicht nervös machen. Das soll Euer Tag sein und der soll als wunderschöne Erinnerung erhalten bleiben.